Mögliche Anwendungen für KNX Systeme
Quelle: nach der Checkliste 'Projektabwicklung Schritt für Schritt' (KNX Deutschland)

Schalten und Beleuchtung (alle Arten von Lampentypen)

  • Schalten von einer oder mehreren Stellen
  • Zentralschaltung bei Eingangstür: z.B. Licht aus, Bügeleisen aus, Herd aus
  • Dimmen von einer oder mehreren Stellen
  • Treppenhausschaltung - Zeitverzögerte Ausschaltung
  • WC-Schaltung - Zeitverzögerte Ein- und Ausschaltung des Ventilators
  • Schalten von Verbrauchern über Zeitprogramme (z.B. Elektro-Strahler im Bad, Kaffeemaschine in der früh)
  • Schalten von Steckdosen für temporäre oder potenziell gefährliche Verbraucher
    (wie z.B. Bügelmaschine), aber auch zur Reduzierung von Standby-Verbräuchen (TV, HiFi, etc.)
  • Bewegungsabhängiges Schalten für Durchgangsbereich, Nebenräume und Außenbereiche
  • Tageslichtabhängiges Schalten von Beleuchtung durch Innen- oder Aussenlichtsensor unterstützt die Energieeinsparung
  • Durch Szenenschaltungen werden mehrere geschaltete oder gedimmte Lichtgruppen, andere Verbraucher oder Jalousien durch einen Tastendruck in eine vordefinierte Position gebracht. (z.B. Fernsehen, gemütliches Abendessen, Gästeempfang, ...)
    Die Definition der Szenen kann durch den Systemintegrator oder den Benutzer erfolgen.
  • Panikschaltung durch einen Taster, z.B. neben dem Bett. Wird er betätigt, schalten sich vordefinierte Leuchten zur Abschreckung des Eindringlings ein.
  • Statusmeldung: Je nach Aktor können z.B. auf Tastsensoren, Display oder Visualisierung die Zustände der Verbraucher angezeigt werden

Sichtschutz, Beschattung und Lichtumlenkung

  • Auf- und Abfahren von Jalousien und Verstellen der Lamellen. Vorteil der Bustechnik ist, dass mehrere Jalousien über einen Tastsensor gesteuert werden können. Das schafft Transparenz und ist Platz sparend. Ferner können Licht- und Jalousiefunktionen über einen Tastsensor bedient werden.
  • Zentrales Auf- und Abfahren der Jalousien oder Rollläden – pro Fassade, Geschoss oder für das gesamte Haus.
  • Anfahren von voreingestellten Positionen durch einen Knopfdruck, z.B. als Blendschutz beim Fernsehen oder an Rechnerarbeitsplätzen in Arbeits- oder Kinderzimmern.
  • Wetterabhängige Steuerung: Markisen, Sonnenstore und andere Fassadenelemente werden durch die Auswertung von Wetterdaten gegen Zerstörung durch Wind, Regen oder Frost geschützt. Z.B. fährt die Markise bei zu hohen Windgeschwindigkeiten ein und das manuelle Betätigen wird gesperrt.
  • Sonnenschutz: Sensoren für Helligkeit und/oder Temperatur schließen die Rollläden oder Jalousien soweit, dass Wärmeeinstrahlung vermieden wird und Pflanzen/Möbel vor schädlicher UV-Strahlung geschützt werden, aber immer noch genügend Tageslicht einfällt.
  • Fahren von Fassadenelementen über Zeitsteuerungen – ohne zusätzlichen Verkabelungsaufwand.
  • Durch das Nutzen von Szenen werden Rollos/Jalousien über einen Tastendruck in bestimmte Positionen gefahren, oft kombiniert mit Beleuchtung. Z.B. Licht dimmen und Jalousie positionieren zum Fernsehschauen.
  • Statusmeldung: Je nach Aktor können z.B. auf Tastsensoren, Display oder Visualisierung die Stände der Fassadenelemente/Jalousien angezeigt werden.

Fenster, Oberlichter, Türen, ...

  • Auf- und Zufahren sowie das Anfahren von Zwischenstellungen für (Dach-) Fenster oder Oberlichter. Vorteil der Bustechnik ist, dass mehrere Fenster über einen Tastsensor gesteuert werden können. Das schafft Transparenz und ist Platz sparend. Ferner können diese Funktionen mit Licht- oder Jalousiefunktionen kombiniert werden.
  • Zentrales Auf- und Zufahren von (Dach-)Fenstern, Oberlichtern oder Türen pro Gebäudeseite, Etage oder für das gesamte Haus.
  • Wetterabhängige Steuerung: Schutz der Fenster und Oberlichter vor Wind, Regen, Frost. Oder auch Schutz der Räumlichkeiten, z.B. durch automatisches Schließen von Dachfenstern bei Regen.
  • Steuern in Abhängigkeit von Helligkeit, Temperatur oder Luftqualität, z.B. zur Automatisierung eines Wintergartens. Übersteigt die Temperatur einen eingestellten Wert, wird die Beschattung aktiviert und die Lüftungsfenster werden geöffnet. Die Lüftungsfenster können ebenfalls geöffnet werden, wenn der CO2-Anteil einen zu hohen Wert erreicht.
  • Über eine Zeitsteuerung können Fenster, Oberlichter und Türen zu bestimmten Zeit punkten geöffnet oder geschlossen werden. Wird die Zeitsteuerung mit den Messwerten der Innen- und Außentemperatur kombiniert, kann damit eine automatische Nachtlüftung realisiert werden.
  • Statusmeldung: Je nach Aktor können z.B. auf Tastsensoren, Display oder Visualisierung die Zustände (geöffnet, geschlossen oder Position) angezeigt werden.

Heizung/Kühlung

  • Durch eine Einzelraumregelung kann pro Raum ein Sollwert eingestellt und verändert werden. Bei kurzzeitiger Abwesenheit (Einkauf, Arzttermin, etc.) kann die Raumtemperatur z.B. um 2°C und nachts z.B. um 4°C abgesenkt werden. (Das Absenken der Raumtemperatur um 1°C entspricht einer Energieeinsparung von 6 Prozent)
  • Einbinden von Fensterkontakten: Bei geöffnetem Fenster schaltet die Raumtemperaturregelung in den Frostschutz. So wird keine Energie zum Fenster hinaus verheizt und der Raum kann – gerade im Winter – nicht einfrieren.
  • Reduzierung des Energiebedarfes durch die Anbindung der Einzelraumregelungen an das Heiz-/Kühlsystem: So kann erreicht werden, dass bei Wärmeanforderungen aus nur ein oder zwei Räumen die Vorlauftemperatur gesenkt (für Heizen) oder erhöht (für Kühlen) wird.
  • Kopplung verschiedener Energieerzeuger (fossile und regenerative): Über die Definition von Grenzwerten wird automatisiert die günstigste Energiequelle genutzt. So kann z.B. festgestellt werden, ob die Temperatur der Solarkollektoren oberhalb der Wassertemperatur im Warmwasserreservoir liegt. In diesem Fall kann zur Warmwasseraufbereitung auf fossile Energie verzichtet werden.

Lüftung

  • Automatisierte und kontrollierte Wohnraumbelüftung, z.B. für Niedrigenergie- oder Passivhäuser. Auch in Verbindung mit CO2-Sensoren zur Aufrechterhaltung einer optimalen Luftqualität nutzbar.
  • Durch das Messen der Innen- und Außentemperatur kann z.B. bei niedrigeren Außentemperaturen die Wärmeenergie der Abluft zurück gewonnen werden.
  • Abluftsteuerung in Küchen, Bädern, WCs oder Hobbyräumen durch Bewegungsmelder oder in Kombination mit der Beleuchtungssteuerung.

Alarmfunktionen

  • Überwachung der Außenhaut durch Fenster-, Tür- und Tor-Magnetkontakte oder durch Glasbruchsensoren
  • Überwachung des Innenraumes durch Bewegungsmelder.
  • Überwachung der Hausumgebung durch Bewegungsmelder.
  • Einbindung von Raummeldern in die Alarmanlage.
  • Durch einen Überfalltaster kann im Falle eines Einbruchs ein stiller Alarm ausgelöst werden, durch den z.B. der Wachdienst über eine Weitermeldung (per Telefon, SMS oder E-Mail) benachrichtigt wird.
  • Das Realisieren einer Anwesenheitssimulation täuscht vor, dass das Haus bewohnt ist. In Abhängigkeit von Uhrzeit und/oder Helligkeit bzw. Dämmerung und von Nutzungsgewohnheiten können Lichter eingeschaltet oder Jalousien verfahren werden.
  • Durch einen Taster, z.B. neben dem Bett, werden alle vordefinierten Leuchten eingeschaltet, um Einbrecher abzuschrecken.
  • Wird der Alarm ausgelöst, schalten sich alle Leuchten innerhalb und außerhalb des Hauses ein, und alle Jalousien werden aufgefahren.
  • Über Scharfschalteinrichtungen kann die Alarmanlage intern oder extern scharf geschaltet werden. Das externe Scharfschalten kann mit einer Abfolge weiterer Funktionen kombiniert werden, die den Zustand „Haus verlassen“ herstellen. Dazu gehören das Abschalten kritischer Verbraucher, das Sperren von Bedienelementen, das Absenken der Raumtemperaturen oder das Starten der Anwesenheitssimulation. Wird die Anlage unscharf geschaltet, läuft entsprechend die Abfolge „nach Hause kommen“ ab, die alle Funktionen der Scharfschaltung zurücknimmt und beispielsweise eine Grundbeleuchtung aktiviert.
  • Bilder von Videokameras in Visualisierungsoberflächen zeigen, wer vor der Türe steht.

Wohlfühl- und Sicherheitsfunktionen

  • Durch die Verwendung einer SELV (Safety Extra Low Voltage)-Versorgungsspannung für das Bussystem werden elektromagnetische Strahlungen im Gegensatz zu herkömmlichen 230 V- oder Powerline- Installationen minimiert.
  • Über das Abschalten von Stromkreisen durch Schaltaktoren kann eine Netzfreischaltung bewerkstelligt werden, so dass auch von diesen Leitungen keine elektromagnetische Abstrahlung ausgeht.
  • Mit der Ansteuerung durch Pumpen oder Ventile wird der Garten automatisch bewässert. Dies kann zeitgesteuert oder über die Messung der Feuchtigkeit im Erdreich erfolgen.
  • Verbraucher mit Gefährdungspotenzial (Bügeleisen, Bügelmaschine, Herd, Außensteckdose, etc.) werden durch eine zentrale Ausschaltung mit abgeschaltet.
  • Intelligente Haushaltsgeräte (Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühl-/ Gefrierschränke, usw.) melden ihren Status an ein Anzeigeelement. Dadurch können Störungen schnell erkannt werden.
  • zukünftig: Das Messen von Strom, Gas und Wasser und ein automatisierter Abgleich mit den Tarifen der Energieversorger erlaubt, dass Verbraucher wie Waschmaschinen oder Geschirrspüler erst dann starten, wenn der günstigste Tarif zur Verfügung steht.

Übersicht über Bedien- und Anzeigemöglichkeiten

  • Tastsensoren mit bis zu acht Bedienmöglichkeiten auf der Fläche einer normalen Schaltergröße.
  • Nutzen der Status-LEDs von Tastsensoren – insbesondere zur Anzeige von Status, bei denen kein Bio-Feedback vorhanden ist.
  • Infrarot-Fernbedienungen zum raumbezogenen Ausführen von Befehlen.
  • Funk- Fernbedienungen zum raumübergreifenden Ausführen von Befehlen.
  • Mit Hilfe von hintergrundbeleuchteten LC-Displays in der Größe eines Tastsensors lassen sich Betriebsmittel bedienen und Zustände anzeigen.
  • Für großformatige, komfortable Übersichten und Steuerungen von Gewerken und Räumen stehen LC-Touch-Displays zur Verfügung.
  • PC-/IP-basierende Visualisierungen erlauben eine weit reichende Übersichts- und Steuerungsmöglichkeit.
  • Fernzugriffe lassen sich über das Internet einrichten.
  • Zugriff und Visualisierung über Smartphone oder Handy
  • Melden offen stehender Fenster, Türen und Tore beim Verlassen des Hauses oder vor dem Zubettgehen.

Schnittstellen und Gateways

Über Schnittstellen und Gateways werden Anwendungen und Funktionen in das KNX-System integriert, die nicht durch Buskomponenten zur Verfügung stehen.
Beispiele:
  • Konventionelle, mechanische Kontakte über Tasterschnittstellen
  • Ethernet über IP-Schnittstellen
  • DALI über Gateways (untergeordnetes Lichtsteuerungssystem)
  • SMI über Gateways (untergeordnetes Jalousiesteuerungssystem)
  • HiFi/TV über herstellerabhängige Gateways